Sauerstofftherapie (HBO-Therapie)

in der hyperbaren Sauerstoffdruckkammer

Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) ist ein medizinisches Behandlungsverfahren, bei dem unter erhöhtem atmosphärischen Druck reiner Sauerstoff eingeatmet wird. Dies erfolgt in einer speziell konstruierten Überdruckkammer, in der der Sauerstoffpartialdruck deutlich über dem Normalwert liegt. Unter diesen Bedingungen kann der Körper signifikant mehr Sauerstoff aufnehmen, als dies bei normaler Atmung möglich wäre. Es wird ein Tauchgang simuliert, welcher entweder 1 Meter Tiefe (1,1 bar) oder 3 Meter Tiefe (1,3 bar) entspricht.

Sauerstofftherapie
So wirkt die hyperbare Sauerstofftherapie

Unter dem veränderten Druckverhältnis löst sich Sauerstoff direkt im Blutplasma, wodurch auch Bereiche mit eingeschränkter Durchblutung oder Hypoxie besser versorgt werden können. Diese erhöhte Sauerstoffkonzentration im Gewebe (im gesamten Körper!) führt zu mehreren physiologischen Effekten:

  • Steigerung der Sauerstoffverfügbarkeit im Gewebe, unabhängig von der Bindung an Hämoglobin, was die Regeneration auch in schlecht durchbluteten Bereichen fördert.
  • Förderung der Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese), was die lokale Durchblutung und Versorgung des Gewebes verbessert.
  • Stimulation von zellulären Heilungsprozessen, einschließlich der Aktivität von Zellen, die an der Gewebe- und Knochenregeneration beteiligt sind.
  • Modulation von Entzündungsreaktionen und Verbesserung der Immunfunktion in der Wundumgebung.
  • Antibakterielle Effekte, da hohe Sauerstoffkonzentrationen das Wachstum bestimmter anaerober Keime hemmen und die Wirksamkeit von Antibiotika unterstützen können.
Einsatzbereiche in der Zahnmedizin

In der zahnmedizinischen und oralchirurgischen Praxis wird HBOT als ergänzende Therapie bei Indikationen eingesetzt, bei denen die physiologische Heilungsfähigkeit des Gewebes beeinträchtigt sein kann oder ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Dazu zählen insbesondere:

  • Unterstützung der Wundheilung nach chirurgischen Eingriffen und FDOK-Sanierungen, insbesondere bei postoperativer Hypoxie oder verzögerter Geweberegeneration.
  • Förderung der Osseointegration von Zahnimplantaten, insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter Knochenheilung oder Risikofaktoren wie Diabetes oder vorangegangener Strahlenbehandlung.

Der Einsatz der HBOT trägt maßgeblich dazu bei, die Regenerationsprozesse von Weich- und Hartgewebe zu verbessern, indem eine gesteigerte Sauerstoffversorgung die physiologischen Reparaturmechanismen unterstützt und potenziell Komplikationen wie Schwellungen, Entzündungen oder Infektionen reduziert.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Inhalte dieser Aufklärung nicht verstanden haben oder noch offenen Fragen vor allem bzgl. Risiko und möglicher Komplikationen bestehen!